Liedertafel

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Barbara-Lied

Im Wald in der Schenke zum Kürassier,
klopft zur Nachtzeit durstig ich an,
und es öffnet die schwarze Barbara,
und es schenket der grobe Johann.
Schenk ein, Johann! Schenk ein, Johann!
Dein Kratzer brennt und raubt mir den Verstand,
wär deine schwarze Tochter nicht,
ich hätt dich nie gekannt.

Im Wald in der Schänke zum Kürassier,
auf dem Schanktisch steht noch das Glas,
und hinter der Tür schläft Barbara
und träumet wohl dies und wohl das.
Schlaf wohl, mein Kind! Schlaf wohl, mein Kind!
Und mach dein Fenster zu,
da draußen weht der Wind so kalt
und singt ein Lied dazu.

Im Wald in der Schänke zu Kürassier,
der Wirt schließt rasselnd das Tor,
und die Uhren schlagen Mitternacht,
und ich steige die Stiege empor.
Lebt wohl, Herr Wirt! Lebt wohl, Herr Wirt!
Der Wein war schlecht, ergaunert war mein Geld,
doch um die Zeche Barbara,
hab ich dich wohl geprellt.

 


Waldecker-Lied

Das Lied Mein Waldeck ist die Landeshymne des Fürstentums Waldeck. Der Text wurde verfasst von Pfarrer August Koch (* 10. Januar 1857 in Wrexen, jetzt Diemelstadt-Wrexen). Nach einer Anekdote wurden er und einige Freunde auf einer Feier derbe verspottet, weil sie kein Lied ihres Heimatlandes singen konnten (es existierte bis zu diesem Zeitpunkt keines). August Koch soll sich dieses so zu Herzen genommen haben, dass er in der kommenden Woche anfing, selber ein Lied zu schreiben. „Mein Waldeck“ wurde im Jahre 1890 veröffentlicht und ist auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts bei nahezu allen Einwohnern des Waldecker Lands bekannt.

(1) Unter allen Landen deutscher Erde
preis‘ ich Waldeck, mein lieb Heimatland.
Bis zum letzten Atemzuge werde
ihm ich weihen treulich Herz und Hand.

Ref.: Mein Waldeck, lebe hoch!
Mein teures, liebes Waldeck, es lebe, lebe hoch!

(2) Seht das Land im Schmuck der schönsten Wälder,
wenn der Lenz mit neuer Pracht einzieht.
Wenn die Berge, Täler, Wiesen, Felder
grün geziert, so weit das Auge sieht.

(3) Wie so mächtig auf den Höhen rauschen
Eich‘ und Buche, trotzend Sturm und Wind!
Hirsch‘ und Reh‘ im stillen Waldgrund lauschen,
wo der Quell zum klaren Bächlein rinnt.

(4) Echte Deutsche sind in Waldecks Gauen,
Sachs und Franke Reichen sich die Hand.
Fürst und Volk einander stets vertrauen,
Lieb und Treue sind in fester Hand.

(5) Schwarz-rot-gold sind meine Landesfarben.
Dunkler Nacht folgt goldnes Morgenrot.
Für All-Deutschland Waldecks Söhne starben,
deutsche Treu‘ bewährend bis zum Tod.

(6) Fest, o Waldeck, steh‘ zum Deutschen Reiche,
wie dein hohes Felsenschloss so fest!
Grün‘ und blüh‘ gleich deiner schönsten Eiche,
stürmt es auch von Osten oder West.

 


Deutsche Nationalhymne

Komponist: Joseph Haydn (1732-1809)
Textdichter: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Die deutsche Nationalhymne in der aktuellen Fassung ist die dritte Strophe des Deutschlandliedes (festgelegt durch den Schriftwechsel vom 19. beziehungsweise 23. August 1991 zwischen Bundeskanzler Kohl und Bundespräsident von Weizsäcker, veröffentlicht im Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 89/1991 vom 27. August 1991).

Der Text der Nationalhymne lautet:

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben,
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:
Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland!